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Geschichte Teil 1: Römerzeit bis Mittelalter

Frankfurt wurde urkundlich zum ersten Mal im Jahr 794 erwähnt. Aber es lebten auch schon lange zuvor Menschen auf dem Gebiet Frankfurts. Bei Ausgrabungen fanden sich Anlagen aus der Römerzeit, und die Römer waren wahrscheinlich auch nicht die ersten Menschen, die dort lebten. Eine wichtige Bedeutung in verschiedenen Zeitaltern hat dabei die Lage der Stadt. Die Altstadt liegt an einer Stelle des Mains, an der er in früheren Zeiten nicht all zu tief war und zu Fuß durchquert werden konnte, an einer sogenannten Furt. Das war in einer Zeit ohne ausgeprägten Brückenbau sehr vorteilhaft.

Die Römer in Frankfurt

Die Römer besiedelten das Gebiet Frankfurts ab dem 1. Jahrhundert nach Christus. Dem römischen Reich gehörten zu dieser Zeit auch einige Gebiete nördlich des Mains an. Die Grenze bildete der Limes, der etwa über die Linie Kleiner Feldberg – Saalburg - Butzbach verlief.

Bei Ausgrabungen in den 1970er Jahren fand man in der Nähe des Doms Reste einer Anlage aus römischer Zeit. Es handelt sich vermutlich um eine Militärstation mit Badeanlagen. Sie diente zur Sicherung der Furt. An gleicher Stelle fand man auch Reste von Bauten aus dem Mittelalter. Die Ausgrabungsstelle wird heute als „Archäologischer Garten“ bezeichnet.

Aber nicht nur in der Altstadt haben die Römer ihre Spuren hinterlassen: Im heutigen Frankfurt-Heddernheim befand sich die römische Stadt Nida. Diese Stadt war Hauptort der Civitas Taunensium, die das Gebiet von Wetterau und Taunus umfasste. Leider wurden die Reste der römischen Siedlung beim Bau der „Siedlung Römerstadt“ vor einigen Jahrzehnten weitgehend zerstört.

Weiterhin gab es im Frankfurter Stadtgebiet mehrere römische Gutshöfe. Die römische Zeit in Frankfurt fand im späten 3. Jahrhundert mit dem Rückzug der Römer ihr Ende. Über das Leben auf Frankfurter Gebiet und die Geschehnisse in den folgenden Jahrhunderten ist wenig bekannt, erst aus der mittelalterlichen Zeit wird wieder mehr berichtet.

Die Legende der Frankenfurt

Um die Entstehung des Namens Frankfurts rankt sich eine Legende: Karl der Große, König der Franken, führte in den Jahren 772 bis 804 einen erbitterten Krieg gegen die Sachsen. Während des Krieges wechselte das Kriegsglück mehrfach die Seiten. Nach einer verlorenen Schlacht musste Karl der Große vor den Sachsen fliehen. Auf der Flucht gelangte er an einem nebligen Tag an den Main. Dort beobachtete er eine weiße Hirschkuh, die zusammen mit ihrem Jungen den Main durchquerte.

Dank ihr wussten auch Karl der Große und seine Leute, wo sie den Main gefahrlos durchqueren konnten. So entkamen die Franken durch die Furt ihren Verfolgern. So erklärt sich der Name Frankfurt.

Frankfurter Königspfalz

Im Jahre 794 wurde eine Versammlung hochrangiger Kirchenvertreter, eine Synode, in Frankfurt abgehalten. In Zusammenhang mit dieser Versammlung steht auch die erste urkundliche Erwähnung Frankfurts.

Karl der Große hielt sich mehrfach in Frankfurt auf. Sein Sohn Ludwig der Fromme und dessen Sohn Ludwig der Deutsche bauten Frankfurt weiter aus. Es entstand eine Königspfalz. In der damaligen Zeit hatten die Herrscher keinen festen Sitz, sondern zogen durch das Land. In den Königspfalzen hielten sie sich dabei für einige Zeit auf. Die Reste der Pfalz sind ebenfalls im Archäologischen Garten zu sehen. Neben Regensburg gilt Frankfurt als der bedeutendste Ort des ostfränkischen Reichs. In diese Zeit fällt auch die Errichtung der Salvatorkirche. Sie ist ein Vorgängerbau des Frankfurter Doms.

Frankfurt im Mittelalter- Königswahlen und Handel am Main

Im Mittelalter kam Frankfurt eine wichtige Bedeutung im Heiligen Römischen Reich zu, da hier die Könige gewählt wurden. Die erste Wahl fand 1147 statt. In der Goldenen Bulle, eins der wichtigsten Dokumente des Mittelalters, wurde schließlich 1356 vorgeschrieben, dass die Könige in Frankfurt zu wählen seien. Damals wählten sieben wahlberechtigte Kurfürsten den König. Die Krönung erfolgte in Aachen. Wollte ein König auch den Kaisertitel tragen, musste er sich im 14. Jahrhundert noch zum Papst nach Rom begeben und wurde dort gekrönt. Das änderte sich, im Jahre 1562 wurde mit Maximilian II. erstmals ein Kaiser in Frankfurt gekrönt. In den folgenden Jahrhunderten wurden die meisten deutschen Kaiser und Könige in Frankfurt gekrönt. Frankfurt hatte bereits damals eine wichtige Funktion für den Handel. Auf dem Römerberg fanden regelmäßig Messen statt. Die Herbstmesse wurde 1160 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, knapp 200 Jahre später gab es auch eine Frühjahrsmesse. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wird auch regelmäßig eine Buchmesse abgehalten.

Die Handelsgeschäfte der teilweise von weit her angereisten Messebesucher führte zu einer starken Nachfrage nach Münzwechseldienstleistungen. Um Transparenz herzustellen, wurden die Wechselkurse einheitlich notiert. Damit war die Grundlage für die Entwicklung Frankfurts zur Börsen- und Finanzstadt gelegt.

Kaiserdom

Die mittelalterlichen Befestigungsanlagen Frankfurts

Entsprechend ihrer wachsenden Bedeutung breitete sich die Stadt weiter aus. Um die Königspfalz und die Kirche wuchs eine Stadt heran. Im 12. Jahrhundert wurde zur Sicherung die Staufenmauer angelegt. Die Mauer umschloss etwa das Gebiet der heutigen Altstadt. An einigen Stellen sind heute noch Reste der Mauer zu sehen. Eine wesentliche Erweiterung der Stadt fand im 14. Jahrhundert statt. Eine zweite Wallanlage wurde erbaut. Sie verlief in etwa auf der Innenseite des heutigen Anlagenrings. Einziges Zeugnis dieser Befestigungsanlage ist das Eschenheimer Tor. Nicht nur die Bebauung, sondern auch das zu Frankfurt gehörende Land wurde gegen Eindringlinge geschützt. Ebenfalls im 14. Jahrhunderts wurde mit der Anlage der Frankfurter Landwehr begonnen. Dieser bestand aus Hecken mit dornigen Büschen. An den Schnittpunkten mit Straßen wurden Wachtürme, sogenannte Warten angelegt. Von diesen Türmen sind heute 4 erhalten: Galluswarte, Bockenheimer Warte, Friedberger Warte und die Sachsenhäuser Warte.

Eschenheimer Turm

Bockenheimer Warte

Sachsenhäuser Warte

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