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Geschichte Teil 2- Neuzeit

Aufstände, Brände und Besetzungen

Unruhig ging es im 17. und 18. Jahrhundert zu, innere Unruhen, Brände und Kriege setzten der Stadt zu. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es zu Spannungen innerhalb der Stadt, die als „Fettmilchaufstand“ in die Geschichte eingingen. Zunächst ging es darum, die in Zünften organisierten Handwerker besser zu stellen. Der Konflikt verschärfte sich und wurde zunehmend gewaltsam und judenfeindlich. Schließlich plünderten die Aufständischen im August des Jahres 1614 die Judengasse.

Obwohl Frankfurt politisch neutral war, wurde es von Gustav-Adolf im Dreißigjährigen Krieg in den Jahren 1631 bis 1635 besetzt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts suchten mehrere schwere Brände Frankfurt heim. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Frankfurt mehrfach besetzt, dabei wurden der Stadt meist Zwangszahlungen auferlegt und teilweise wurde sie von den Angreifern beschossen und beschädigt.

Trotz aller Unruhen entwickelte sich das gesellschaftliche Leben in der Stadt auch in diesen Zeiten. Frankfurt war von 1742 bis 1745 Residenzstadt Kaiser Albrechts und im Jahr 1749 erblickte Johann Wolfgang von Goethe in Frankfurt das Licht der Welt.

Frankfurt blüht auf

Frankfurt erlebte im 19 Jahrhundert eine weitere Beschleunigung des Aufschwungs. Die für die moderne Kriegsführung nicht mehr geeigneten Festungsanlagen wurden ab 1805 geschliffen, an ihrer Stelle entstanden Parkanlagen, die noch heute existieren. Die Stadt konnte sich ungehindert ausbreiten. Frankfurt konnte sich weiter als Handels- und Finanzzentrum behaupten, 1879 wurde ein neues, repräsentatives Börsengebäude bezogen. Das Bürgertum blühte auf. Viele wohlhabende Bürger hatten die Möglichkeit sich als Mäzene und Stifter zu betätigen. Die Oper wurde aus solchen Mitteln finanziert. Die Stiftungen von vermögenden Frankfurtern wie Johann Friedrich Städel und Johann Christian Senckenberg bilden noch heute die Grundlage des kulturellen Angebots in Frankfurt.

Börsengebäude von 1879

Bundestag und die Frankfurter Nationalversammlung

Nach dem Wiener Kongress schlossen sich die deutschen Staaten zu einem Staatenbund, dem Deutschen Bund, zusammen. Diese Verbindung war locker und bedeutete keine tiefgreifende Einschränkung der Souveränität der deutschen Staaten. Wichtigste, wenn auch nicht besonders einflussreiche, zentrale Institution war der Bundestag in Frankfurt. Er wurde 1815 eingerichtet und tagte im Palais von Thurn und Taxis.

Der Wunsch nach einem deutschen Nationalstaat und Demokratie wurde stärker. In Frankfurt kam es 1833 zu einem erfolglosen Versuch Polizeiwachen zu stürmen. Mehr Erfolg hatte die Märzrevolution in verschiedenen Städten Deutschlands im Jahr 1848. In Folge wurden erstmals freie Wahlen in Deutschland durchgeführt. Das gewählte Parlament trat am 18. Mai 1848 in der Paulskirche in Frankfurt zusammen. Innerhalb etwa eines Jahres erarbeitete die Nationalversammlung einen Verfassungsentwurf, der sich allerdings nicht durchsetzen konnte.

Paulskirche, Tagungsort der Nationalversammlung

20. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg

Zunächst wuchs Frankfurt und vergrößerte seine Fläche weiter. Im Jahre 1914 wurde von Frankfurter Bürgern eine Universität gestiftet. Sie erhält später den Namen Johann-Wolfgang-Goethe Universität.

In den 1920er Jahren wurden in Frankfurt mehrere Gebäude und Siedlungen in einem neuartigen Baustil errichtet. Der mit dem Bauhaus verwandte Stil trägt den Namen „Neues Frankfurt“.

Im Jahr 1933 gewannen auch in Frankfurt die Nationalsozialisten die Überhand. Die Nationalsozialisten gaben der Börsen- und Messestadt den Titel „Stadt des Deutschen Handwerks“. Auch in Frankfurt kam es bei den Novemberpogromen 1938 zur Zerstörung von Synagogen und jüdischen Einrichtungen. In den Folgejahren wurden tausende von Juden aus Frankfurt deportiert und ermordet.

Im Laufe des 2. Weltkriegs wurde Frankfurt mehrmals Ziel von Bombenangriffen. Die schwersten erfolgten im Februar und März 1944. Altstadt, Innenstadt und einige Stadtteile wurden komplett zerstört. Im März 1945 marschierte die US-Armee in Frankfurt ein und der Zweite Weltkrieg war für die Frankfurter beendet.

Von der Nachkriegszeit bis heute

Nach Kriegsende ging es rasch an den Wiederaufbau. Schon bald nachdem die größten Widrigkeiten der Nachkriegszeit überstanden waren, begann das Leben in Frankfurt wieder zu pulsieren. Die Menschen in den späten 50er Jahren beschäftigte der Tod der Prostituierten Rosmarie Nitribitt.

Gut 10 Jahre später demonstrierten Teile der Studierenden für ihre Vorstellungen von einer besseren und gerechteren Welt. Der Flughafen wuchs zu einem der bedeutendsten der Welt heran. Der Vertrag von Amsterdam bestimmte Frankfurt 1997 zum Sitz der Europäischen Zentralbank.

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Zur Kapitelübersicht: Die Stadt

  • Geschichte Teil 1: Römerzeit bis Mittelalter
  • Geschichte Teil 2- Neuzeit